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Erzbischof: "Auch für die Täter beten"
Der Berliner Kardinal Georg Sterzinsky hat den mutmaßlichen sexuellen Missbrauch und die Misshandlungen in der katholischen Kirche verurteilt.
In seinem Fastenhirtenbrief, der am Wochenende in allen Gemeinden des Erzbistums verlesen wurde, sprach Sterzinsky von einer "Ungeheuerlichkeit".
Unabhängig vom Ergebnis der juristischen Untersuchungen "müssen wir schon jetzt einen in seiner Tragweite schwer zu ermessenden Schaden feststellen und alles Fehlverhalten verurteilen und es dem Gericht auch unseres Gottes überantworten", heißt es in dem Schreiben.
Zugleich rief der Berliner Erzbischof zum Gebet auf, "zuerst für die Opfer, dann aber auch mit der Bitte um Reue und Umkehr für die, die sich versündigt haben".
Salesianer Don Boscos: Orden untersucht Vorwürfe
Nach dem Verdacht des sexuellen Missbrauchs in einem ehemaligen Heim der Salesianer Don Boscos in Berlin-Wannsee von 1960 bis 1975 untersuchen der katholischen Orden und externe Beauftragte die Vorwürfe. Das teilte eine Sprecherin des Ordens mit Sitz in München am Sonntag mit.
Der Orden habe erst am Freitag durch eine Anfrage des Nachrichtenmagazins "Der Spiegel" von den Vorwürfen erfahren. Sie richten sich demnach gegen sechs Personen, von denen drei bereits gestorben sind. Zwei der Beschuldigten gehören dem Orden noch heute an.
Zuvor hatte eine vom Jesuitenorden beauftragte Anwältin mitgeteilt, 40 bis 50 ehemalige Schüler des Berliner Canisius-Kollegs seien von Missbrauch betroffen gewesen. Bundesweit hätten sich mehr als 115 Opfer gemeldet.
© Rundfunk Berlin-Brandenburg
http://www.rbb-online.de/nachrichten/politik/2010_02/kardinal_sterzinsky.html